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Henk Harbers – Erkenntnis als Illusion und Moral als Rachsucht? Eine kritische Analyse von Nietzsches Denken

Henk Harbers (RUG)

Erkenntnis als Illusion und Moral als Rachsucht? Eine kritische Analyse von Nietzsches Denken

Die Popularität der Philosophie Nietzsches war und ist riesig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie einige Jahrzehnte bedeutend geringer – nachdem die Nationalsozialisten sein Gedankengut für sich reklamiert hatten. Aber seit der neuen Herausgabe seiner Werke in den sechziger und siebziger Jahren und seit neuen Publikationen in Amerika, Frankreich und Deutschland, in denen deutlich wurde, wie sehr die Nazis Nietzsches Schriften verzerrt und missbraucht hatten, wurde sein Denken wieder neu – und meistens positiv – gewürdigt. Die politische Seite seines Denkens wurde dabei oft heruntergespielt oder regelrecht verneint. Vor  allem Nietzsches Erkenntnistheorie: sein betont undogmatisches Denken, seine fundamentale Skepsis gegenüber jeglichem Wahrheitsanspruch, aber auch sein Plädoyer für ein vitales Leben wurden nun von vielen wieder aufgegriffen und und als befreiend erfahren.

Aber ist Nietzsches Denken wirklich so unpolitisch? Und ermöglicht die fundamentale Skepsis gegenüber der Wahrheit nicht unkontrollierte eigene Dogmen? Diesen Fragen möchte ich – nach einer kurzen allgemeinen Einführung in Nietzsches Denken – in meinem Vortrag nachgehen.

Montag, 23.2.2026, 19:15 Uhr
Janskerkhof 2/3, Raum 1.09
Last-Minute-Anmeldung: duits@uu.nl