Eggo Müller (UU)
Eine unbequeme Wahrheit über Eine unbequeme Wahrheit (Al Gore 2006)
An Inconvenient Truth von Al Gore aus dem Jahr 2006 gilt als der erfolgreichste Dokumentarfilm über den Klimawandel überhaupt. Er hat nicht nur ein neues Genre – den Klimadokumentarfilm – populär gemacht, sondern auch maßgeblich zu einem breiten öffentlichen Bewusstsein für das Thema und für die potenziell katastrophalen ökologischen Folgen des ungebremsten anthropogenen CO₂-Ausstoßes beigetragen. Eine unbequeme Wahrheit, so der deutsche Verleihtitel, wurde über Jahre hinweg im schulischen Unterricht eingesetzt und prägte das Wissen über den Klimawandel sowie die Angst vor seinen Folgen für eine ganze Generation.
In diesem interaktiven Vortrag möchte ich anhand ausgewählter Sequenzen dieses Prototyps des Klimafilms die dokumentarische Konstruktion von „Wahrheit“ untersuchen und anschließend anhand der deutschen Rezeption des Films nach den historischen Bedingungen seiner Überzeugungskraft fragen. Abschließend vergleiche ich diese historische Situation mit Beispielen heutiger Klimakommunikation, in der – nur zwanzig Jahre später – vor allem die Hoffnung betont wird, dass „es noch nicht zu spät ist“.
Im Zentrum des Abends stehen daher zwei Fragen: Wie kann ein (Natur-) Dokumentarfilm „wahr“ sein? Und wie viel unbequeme Wahrheit ist uns eigentlich bequem genug?
Montag, 20.4.2026, 19:15 Uhr
Janskerkhof 2/3, Raum 1.09
Last-Minute-Anmeldung: duits@uu.nl