Julia Augart (Universiteit van Amsterdam)
Afrodeutsche Autorinnen: Zugänge zu und Perspektiven von Schwarzen Frauen in Deutschland
Afrodeutsche Autorinnen nehmen in ihrer marginalisierten Position eine wichtige Rolle ein, denn in ihren literarischen Texten machen sie auf Perspektiven Schwarzer Frauen in Deutschland und Themen wie Rassismus, Diskriminierung und intersektionale Unterdrückung aufmerksam. May Ayim, die mit „Farbe bekennen“ in den 1980er erstmals Möglichkeiten für Lebensgeschichten afrodeutscher Frauen bot, geht in ihren Gedichten und Texten auf die Frage nach Identität und Zugehörigkeit in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft ein. Sharon Dodua Otoo beleuchtet in ihrer mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichneten Geschichte „Herr Gröttrup setzt sich hin“ postmigrantische Erfahrungen und weiße Privilegien und fordert einen Perspektivwechsel. Weitere Autorinnen wie Olivia Wenzel, Jackie Thomae und Natasha A. Kelly prägen die literarische Landschaft und verdeutlichen die Notwendigkeit, die Narrative Schwarzer Frauen stärker in der Gesellschaft und im Bildungsbereich zu berücksichtigen und sichtbar zu machen. Dieser Beitrag wird vor dem Hintergrund der afrodeutschen Bewegung auf verschiedene Texte eingehen, die Rassismus, Sexismus und die Erfahrung intersektionaler Diskriminierung sowie Identität und Zugehörigkeit thematisieren. Diskutiert werden soll, wie diese Texte den literarischen Kanon bereichern und einen wichtigen Beitrag zum Genderdiskurs leisten.
Lektüre:
Otoo, Sharon Dodua: Herr Gröttrup setzt sich hin. Frankfurt: Fischer 2022
oder
Otoo, Sharon Dodua: Herr Gröttrup setzt sich hin. 2016 (Download)
Montag, 12.5.2025, 19:15 Uhr
Janskerkhof 2/3, Raum 1.10
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